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Die zehn bekanntesten KWG-Schüler

150-jähriges Jubiläum des Gymnasiums: Mit dem Abi aus Höxter hinaus in die Welt

Höxter(WB). »Zukunft braucht Geschichte«. So hat das König-Wilhelm-Gymnasium in Höxter das Festjahr zum 150-jährigen Bestehen der Schule überschrieben. Viele prominente Abiturienten sind in der Ahnengalerie des Gymnasiums aufgeführt. Schüler, Eltern und Lehrer staunen über die vielen bekannten Namen.

Neben dem Festakt zum Auftakt des Jubiläumsjahres am Sonntag, 12. März, ab 16 Uhr in der Aula, zudem 450 Gäste – darunter auch einige der KWG-Promis – erwartet werden und wo der frühere Bundesminister Klaus Töpfer die Festrede hält, ist am Wochenende 20. und 21. Mai ein großes Ehemaligentreffen geplant.

Wenn der Arbeitskreis Festschrift alte Fotos früherer Schülerjahrgänge anschaut, dann tauchen immer wieder Jugendfotos von bekannten Menschen auf, die auf dem KWG in der Bismarckstraße (heute Kreishaus) oder im 1973 bezogenen Neubau am Bielenberg neun oder mehr Schuljahre verbracht und ihr Abitur abgelegt haben. »Ach, der oder die waren auch am KWG«. Dieser Satz ist oft beim Blick in den alten Namenlisten zu hören.

Die Schule sei sicher stolz auf ihre bekannten Absolventen, aber es hätten auch über die Jahrzehnte viele hundert weitere talentierte Schüler aus der kleinen ostwestfälischen Stadt Höxter den Sprung in interessante berufliche Karrieren bundesweit geschafft, sagt Schulleiter Georg Wieners. Erst kürzlich habe er gehört, dass der aus Armenien stammende und zeitweise kurz vor der Abschiebung als Asylbewerber stehende Karen Sedrakyan nach dem Abi 2013 ein Jurastudium begonnen habe und jetzt ein Praktikum im Rechtsamt der Stadtverwaltung in Höxter absolvierte habe. Er wolle Anwalt werden, um etwas für Flüchtlinge zu tun, habe Karen gesagt. Wieners freut so ein Lebensweg ganz besonders.

Vorbildliche Schüler

Und dann seien da noch die 2016er Abiturienten Niklas Held, der drei Monate in Brasilien verwahrlosten Menschen geholfen hat, und Merle Spellerberg, die in Jerusalem ein Jahr ein Praktikum absolviert. Diese beiden positiven Beispiele zeigten die Weltoffenheit vieler Schülerinnen und Schüler, so der Schulleiter. Georg Wieners blickt insgesamt mit Freude auf das jetzt begonnene Jubiläumsjahr: »Man merkt auch Kollegium und Schülerschaft an, dass sie sich auf die Jubiläumsveranstaltungen freuen und aktiv mitplanen.« 780 Schüler und 80 Lehrer hat das KWG zurzeit.

Bekannte Abiturienten

Wer sind die früheren KWG-Schüler, die bundes- oder weltweit bekannt waren und sind?

Bundesminister a.D. Prof. Dr. Klaus Töpfer, Abitur 1959: 1987 erfolgte seine Ernennung zum Bundesumweltminister, 1994 zum Bundesbauminister. Von 1998 bis 2006 war er Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) in Nairobi. Immer wieder fiel sein Name, wenn es um die Suche nach einem geeigneten Bundespräsidenten ging. Klaus Töpfer ist seit 1968 mit seiner früheren Mitabiturientin Mechthild Niggemeyer verheiratet und hat drei Kinder, inzwischen auch Enkel. 2011 wurde er Ehrenbürger von Höxter.

Dr. Rainer Hohmann, Abitur 1985: Direktor des Clementinum in Paderborn und stellvertretender Leiter der Priesterfortbildung im Erzbistum Paderborn ist seit 2014 Domvikar in Paderborn. Der Höxteraner Hohmann (51) wurde 1993 in Rom zum Priester geweiht.

Dr. Hans-Georg Stephan, Abitur 1968: Prof. Stephan ist der Entdecker der untergegangenen Stadt Corvey und hat mehrfach in und um Corvey gegraben. Schon als KWG-Schüler hat er auf den Corveyer Feldern nach mittelalterlichen Spuren der Reichsabtei gesucht. Er gilt als einer der Corvey-Kenner und lehrt an der Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Anja Niedringhaus, Abitur 1986: Niedringhaus hat mit 17 Jahren erste journalistische Gehversuche in Höxter unternommen. Als Cheffotografin bei den Agenturen EPA (ab 1990) und seit 2002 bei AP war sie pausenlos in der Welt im Einsatz. 2005 wurde die Höxteranerin für ihre Irak-Fotos, die weltweit in den Medien gedruckt werden, als erste deutsche Fotografin mit dem Pulitzer-Preis in den USA ausgezeichnet. Anja Niedringhaus gehörte zu den weltbesten Fotografen. Sie starb im Jahr 2014 bei einem Attentat in Afghanistan.

Florian Mausbach, Abitur 1963: Gleich zwei Männer aus Höxter haben an vorderster Stelle nicht nur den Regierungsumzug Bonn-Berlin maßgeblich gemanagt. Auch die Neugestaltung der Bundeshauptstadt lag in den Händen der Höxteraner: Klaus Töpfer, Bundesbauminister, und Florian Mausbach, damals Präsident des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, sind beide KWG-Schüler. Stippvisite

Koray Günter, Fußballer, 22: Nach nur einigen Jahren am KWG verließ der Fußballspieler Höxter. Als 13-Jähriger zog Günter 2008 als bisher jüngster Spieler in das Jugendinternat des BVB Dortmund ein. Er spielt heute beim türkischen Verein Galatasaray Istanbul. Lebensläufe gesucht

Die Ahnengalerie von ehemaligen Schülern, die nach ihrer Schulzeit Karriere gemacht haben, ist noch viel länger und kann für heutige Schüler Ansporn und Vorbild sein, dass man mit einem Abi aus Höxter erfolgreich sein kann. Das KWG ist jederzeit an weiteren Lebensläufen zur Ergänzung der Lebenslauf-Rubrik auf der KWG-Internetseite interessiert.

Text: Michael Robrecht - Westfalen-Blatt vom 28.01.2017

Die zehn bekanntesten KWG-Schüler Die zehn bekanntesten KWG-Schüler Die zehn bekanntesten KWG-Schüler Die zehn bekanntesten KWG-Schüler Die zehn bekanntesten KWG-Schüler
 Karen Sedrakyan, Abitur 2013, studiert Jura; Beispiel, dass auch Flüchtlinge das Abitur schaffen, sein Schicksal machte Schlagzeilen. Jacob Pins, Mittlere Reife KWG 1933, Auswanderung nach Palästina, weltbekannter jüdischer Maler, Jahrgang 1917, Höxters Ehrenbürger. Hans-Heiner Boelte, Abitur 1960, Fernsehmoderator (ZDF, Südfunk), TV-Direktor, Publizist, sein Vater baute die WB-Redaktion auf. Dr. Rainer Hohmann, Abitur 1985, Domvikar in Paderborn, Direktor Clementinum und zeitweise Präfekt Theologenkonvikt in Paderborn. Prof. Dr. Klaus Töpfer, Abitur 1959, Bundesminister a. D., Exekutivdirektor Umweltprogramm
UN, Ehrenbürger von Höxter, Jahrgang 1938.
         
Die zehn bekanntesten KWG-Schüler Die zehn bekanntesten KWG-Schüler Die zehn bekanntesten KWG-Schüler Die zehn bekanntesten KWG-Schüler Die zehn bekanntesten KWG-Schüler
Thomas von Heesen, bis 1980 in der KWG-Oberstufe, dann Bundesliga-Fußballer und Trainer (Hamburg, Bielefeld), stammt aus Albaxen. Friedhelm Spieker, KWG-Abiturient
1974, Stadtdirektor und Bürgermeister von Brakel, seit 2009 Landrat des Kreises Höxter.
Anja Niedringhaus, Abitur 1986, weltbekannte Fotografin, Pulitzer-Preisträgerin, kam bei Attentat 2014 in Afghanistan ums Leben. Florian Mausbach, Abitur 1963, Präsident Bundesamt für Bauwesen, organisierte Regierungsumzug Bonn-Berlin, plante Bundesbauten. Dr. Hans-Georg Stephan, Abitur 1968, Corvey-Kenner Nr.1, entdeckte Stadt Corvey, leitete viele Ausgrabungen, Hochschullehrer und Autor.

 

150 Jahre KWG Höxter - Preußenkönig als Namensgeber

Als offizielles Gründungsdatum gilt der 13. März 1867. Am 25. April 1867 eröffnete das Gymnasium in Höxter sein erstes Schuljahr.

Als höhere Schule hat das König-Wilhelm-Gymnasium (so hieß die Schule ab 1868) über 150 Jahre durch ein pulsierendes Schulleben tausende Schülerinnen und Schüler zum Abitur geführt. Es ist benannt nach dem preußischen König und späteren deutschen Kaiser Wilhelm I. An vier Standorten in Höxter war das KWG untergebracht: zuerst im Adam- und-Eva-Haus (heute Fachwerkhaus Dr. Schuler), dann von 1870 bis 1912 im Schulgebäude an der Marktstraße (heute Marktplatz). Was als Kreishaus 2 in der Bismarckstraße bekannt ist, war früher mit Turnhalle und Aula einmal das KWG. Von 1912 bis 1973 lernten Höxters Pennäler dort. Dann der Umzug zum Schuljahresbeginn 1973/74 ins neue Schulzentrum am Bielenberg: Zeitweise waren im Gebäude des neuen Gymnasiums 1379 Schüler (1981) zuzüglich 85 und mehr Lehrer untergebracht. 150 Abiturienten gab es, in Klasse 5 wurde 1975 mit Klassenstärken von 45 Schülern gelernt. Das ist alles Geschichte. In den vergangenen Jahren wurde Geld in die Modernisierung von Klassen und Fachräumen investiert; es gab Anbauten. Kleine Klassen und das KWG als erstes Inklusions-Gymnasium in OWL – das ist der »status quo« im Jubiläumsjahr 2017.

Text: Westfalen-Blatt vom 06.01.16

 

 

150 Jahre KWG Höxter - Preußenkönig als Namensgeber

Stramme Jungs im Streifen-Hemd: Höxters Gymnasial-Turnverein "König Wilhelm 1983" bei einem Fototermin 1905.

 

150 Jahre KWG Höxter - Preußenkönig als Namensgeber

So sieht das KWG-Lehrerkollegium 1926 aus: Die "Pauker" tragen alle Krawatte, strahlen Strenge und Haltung aus.

 

150 Jahre KWG Höxter - Preußenkönig als Namensgeber

 Experimenteller Physikunterricht in den 1930er Jahren im Gymnasium Bismarkstraße mit Oberstudienrat Heinrich Kemper (2. v. r.).

 

150 Jahre KWG Höxter - Preußenkönig als Namensgeber

 KWG-Schüler im September 1914 als Soldaten. Im Ersten Weltkrieg fielen 160 Schüler und Ehemalige.

 

150 Jahre KWG Höxter - Preußenkönig als Namensgeber

 Mit Tricolore, Danebrog und Schwarz-Rot-Gold; der traditionelle Festumzug zum Schulfest am 6. Juli 1966.

 

150 Jahre KWG Höxter - Preußenkönig als Namensgeber

Nicht Cambridge und nciht Oxford, sondern Höxter: Rudern ist seit Jahrzehnten Tradition am KWG. Noch heute gibt es eine Ruder-AG.

 

150 Jahre KWG Höxter - Preußenkönig als Namensgeber

 Zum KWG hat von 1879 bis 1966 auch ein Internat (Alumnat genannt) in Höxters Bachstraße gehört. 13 Schüler zogen 1879 ins alte katholische Krankenhaus ein. Schnell wurden es mehr. Heute steht hier das Beckhaus-Seniorenheim.

 

150 Jahre KWG Höxter - Preußenkönig als Namensgeber

 Das sog. Rappesche Haus beherbergte das Gymnasium von 1867 bis 1870.

150 Jahre KWG Höxter - Preußenkönig als Namensgeber

Schulgebäude von 1870 am Marktplatz Höxter.

 

150 Jahre KWG Höxter - Preußenkönig als Namensgeber

Schulgebäude von 1912: heute die Kreisverwaltung.

 

150 Jahre KWG Höxter - Preußenkönig als Namensgeber

 Das heutige neue KWG am Bielenberg (1973 gebaut).

150 Jahre KWG Höxter - Preußenkönig als Namensgeber

 König Wilhelm I. von Preußen (später Kaiser Wilhelm) ist Namensgeber des KWG. Dieses Portrait hängt im Zimmer des Schulleiters.

 

150 Jahre KWG Höxter - Preußenkönig als Namensgeber

 Der KWG-Neubau: 28. Juni 1971 Grundsteinlegung, 7. April 1972 Richtfest, Einzug zum Schuljahresbeginn 1973/74 im Sommer '73.

 

150 Jahre KWG Höxter - Preußenkönig als Namensgeber

Direktor Michael Bludau (2. von rechts) hier mit Dietmar Lücke (rechts) und Thomas Freye bei einer Computerspendenübergabe.

Fotos: Westfalen-Blatt-Archiv

 

"Gute Bildung als gute Investition in die Zukunft"

Georg Wieners (62), Schulleiter des König-Wilhelm-Gymnasiums Höxter, spricht über das 150-jährige Schuljubiläum im nächsten Jahr, die Herausforderungen für Bildungseinrichtungen, die Vorfreude und seine Wünsche an den Jubilar

150 Jahre KWG - Sie selbst stehen  in einer traditionsreichen Reihe von Schulleitern. Welche Bedeutung hat dieses Schuljubiläum für Sie selbst ganz persönlich -  vor allem vor dem Hintergrund, da Sie in verantwortlicher Position dabei sind?


GEORG WIENERS: Das 150-jährige Jubiläum ist eine wunderbare Gelegenheit, sich der Tradition des Höxteraner König-Wilhelm-Gymnasiums bewusst zu werden. Höxter und sein Gymnasium sind getrennt gar nicht denkbar nach all den Jahren der engen Zusammenarbeit und Verwurzelung. Mit Stolz können wir auf eine lange erfolgreiche Geschichte zurückblicken, in der das Gymnasium das kulturelle, soziale und politische Leben bereichert hat und immer noch bereichert. Immer wieder hat das KWG frische Ideen umgesetzt und sich damit zeitgemäß immer wieder selbst erneuert. So ist es eine moderne Schule mit einer langen Tradition. Mich persönlich macht es sehr froh, das KWG zur Zeit dieses Jubiläums begleiten und leiten zu können.


Worauf freuen Sie sich in 2017 am meisten?


WIENERS: Was mich am meisten freut, ist schon eingetreten, denn während der Vorbereitungen zu dem Jubiläum ist unsere Schulgemeinschaft noch enger zusammengewachsen. Eltern, Lehrer und Schüler arbeiten völlig selbstverständlich Hand in Hand zusammen und haben ein tolles Festprogramm für 2017 erarbeitet. Jeder packt mit an - und das dadurch entstandene Gemeinschaftsgefühl wird uns mindestens noch durch die nächsten 150 Jahre tragen.


»Das Gelingen der Zusammenarbeit und die strahlenden Gesichter sehen«


Was unser Festprogramm betrifft, freue ich mich auf jede einzelne Veranstaltung, da ich das Gelingen der engagierten Zusammenarbeit sehen möchte und die vielen strahlenden Gesichter der Organisatorinnen und Organisatoren, die für ihre Arbeit belohnt werden.


Was muss Ihrer Ansicht nach heute eine weiterführende Schule anbieten, um attraktiv für Schüler zu sein - vor allem, da der Kampf um die Schüler immer härter wird? (geburtenschwache Jahrgänge)


WIENERS: Das, was eine Schule in der heutigen Zeit attraktiv macht, sind vor allem Angebote der individuellen Förderung, der Nachmittagsbetreuung und der gezielten und kompetenten Vorbereitung auf das Berufsleben. All dies bietet das König-Wilhelm-Gymnasium.


Wo kann das KWG noch zulegen, wo sind sie schon auf einem guten Weg oder haben die Weichen schon richtig gestellt?


WIENERS: Das KWG ist eine moderne Schule, die den aktuellen Anforderungen an eine gute Bildung entspricht. Da sind wir auch dank der kreativen Ideen meiner Kolleginnen und Kollegen in den verschiedenen Gremien, die bei uns die Schulentwicklung vorantreiben, auf einem sehr guten Weg. In einer Zeit, in der für jeden Menschen das lebenslange Lernen gilt, befähigen wir unsere Schülerinnen und Schüler genau dazu. Ebenso ist auch unsere Schule eine stets lernende Institution, die sich immer weiter verbessert. Stillstand und auf dem Erreichten ausruhen ist nie gut. Die Weichen, die für die Zukunft gestellt werden, betreffen zum einen die weitere Einstellung kompetenter Lehrkräfte und zum anderen die Einrichtung von noch stärker individualisierten Lernzeiten bei gleichzeitig intensivierten Förderangeboten für besonders Begabte, aber auch, wenn es bei dem einen oder anderen Schüler gerade mal nicht so gut läuft.


Was ist Ihre Motivation als Lehrer und als Schulleiter am KWG? Was ist Ihre Maxime im Alltag?


WIENERS: Kindern eine gute Bildung zu geben, ist eine gute Investition in die Zukunft. Etwas Sinnvolleres kann es gar nicht geben. Dies ist meine Motivation als Lehrer und umso mehr als Schulleiter. Um eine so große Schule wie das KWG zu leiten, braucht man neben dem Ziel der stetigen Weiterentwicklung der Schule eine gehörige Portion Gelassenheit, um die Dinge zu regeln, die plötzlich und unerwartet auf den Tisch flattern und nach Klärung rufen. Schließlich hat auch eine Prise Humor schon Wunder gewirkt.


Welche Neuerungen oder Veränderungen stehen in der nächsten Zeit am KWG an?


WIENERS: Das KWG ist in verschiedenen Netzwerken zur Schulentwicklung aktiv, wie zum Beispiel dem ELA-Netzwerk (Anm. der Redaktion: Eigenverantwortliches Lernen und Arbeiten) unter Leitung von Professor Eiko Jürgens von der Universität Bielefeld. Im Moment arbeitet unsere Steuergruppe zum Beispiel an einem Förderkonzept, das neben der Defizit-Förderung vor allem sich mit Angeboten an hochbegabte Schülerinnen und Schüler richtet, die auch mal über den Tellerrand eines Faches hinweg sehen möchten.


Welches sind die größten Herausforderungen fürs KWG und die Schullandschaft in Höxter in den nächsten 10 bis 15 Jahren?


WIENERS: Eine der größten Herausforderungen für alle Schulen in den kommenden Jahren ist natürlich - Sie haben es selbst schon erwähnt - der Umgang mit den geburtenschwachen Jahrgängen. Und für den Standort Höxter hat sicherlich auch der Schulstreit bei den Eltern für große Verunsicherung gesorgt. Für das KWG kann ich sagen, dass wir für die Zukunft bestens gerüstet sind. Wir bieten unseren Schülerinnen und Schülern kompetenzorientierten Unterricht mit Bildungszielen, die sie befähigen, in der heutigen globalisierten Gesellschaft ihren Platz zu finden. Dass uns dies gelingt, davon zeugen nicht zuletzt die Lebensläufe unserer Ehemaligen.


Welches war für Sie der bislang wichtigste oder bewegendste Moment am KWG? An was erinnern Sie sich besonders gern?


WIENERS: Einer der schönsten Momente war für mich die Fertigstellung des Erprobungsstufenschulhofes. Das Gemeinschaftsgefühl bei dem Bau des Schulhofes war sehr bewegend. Noch heute ist es eine Freude zu sehen, wie die Schülerinnen und Schülern der fünften und sechsten Klassen das Gelände als Raum für Erholung nutzen, sei es durch Ruhe oder durch Bewegung.


Welche Schlagzeile möchten Sie gern mal über das KWG lesen?


WIENERS: Eine solche hat es schon gegeben: "Das KWG ist nicht zu stoppen." (NW vom 3. November 2016)


Zum Schuljubiläum wird es sicherlich zahlreiche Glückwünsche geben. Mit welchen Worten gratulieren Sie dem KWG zum 150-Jährigen? Und was wünschen Sie dem Jubilar?


WIENERS: Eine Anmerkung vorweg (mit einem Augenzwinkern): Aufgrund unseres langjährigen Miteinanders und des gemeinsamen Wegs durch Höhen und Tiefen sind das König-Wilhelm-Gymnasium und ich seit kurzem per Du! Also: Liebes KWG, herzlichen Glückwunsch dafür, dass du durch die guten oder andere harten Zeiten der letzten 150 Jahre vielen Schülergenerationen ein Ort warst, an dem sie sich durch Bildung auf das Leben vorbereiten, aber auch mit Freude ihre Jugend genießen konnten. Ich wünsche dir, dass auch künftige Schülergenerationen das Privileg einer hervorragenden Bildung und Erziehung unter deinem Dach zu schätzen wissen und an dem Erfahrungsschatz teilhaben können, den du allein schon in Person der kompetenten und qualifizierten Lehrerinnen und Lehrer, aber auch der guten materiellen Ausstattung in deinen Mauern birgst.


Das Gespräch führte Simone Flörke - Neue Westfälische vom 10.12.16

Angefangen hat alles mit sieben Lehrern und 76 Schülern

76 Schüler in fünf Klassen, unterrichtet von einem Kollegium von sieben Lehrern mit Gymnasialdirektor Hermann Petri (bis 1900 Leiter): So startete das heutige König-Wilhelm-Gymnasium (KWG) Höxter am 13. März 1867. In knapp 150 Jahren haben sich beide Zahlen fast genau verzehnfacht: 750 Schüler besuchen aktuell das KWG, 70 Lehrer rund um Schulleiter Georg Wieners (seit 2005) unterrichten dort. Und fast auf den Tag genau nach der feierlichen Eröffnung der Schule - am Sonntag, 13. März 2017 - gibt das KWG mit einem Festakt mit geladenen Gästen den Startschuss fürs Jubiläumsjahr (siehe Info-Kasten), für das viele Menschen bereits seit Monaten Vorbereitungen treffen, planen und organisieren.


Zwischen diesen beiden Daten hat sich eine Menge getan an der Einrichtung, die nach Auskunft von Christoph Heger immer wieder umziehen musste: "Immer wegen der Platznot", erklärt der Geschichts- und Religionslehrer, der sich auch um die Öffentlichkeitsarbeit an der Schule kümmert. Gemeinsam mit Schulleiter Georg Wieners blickt er zurück in die KWG-Geschichte.


Ostern 1875 gab es den ersten Abiturjahrgang mit drei jungen Männern an der Schule, die eineinhalb Jahre nach ihrer Gründung ihren Namen erhalten hatte: Eine Reminiszenz - übrigens auf Antrag der Stadt - an den damaligen preußischen Regenten, der wenige Jahre später Kaiser wurde. Nur drei Abiturienten, denn "damals war das Abitur meistens nicht Ziel für die Schüler", sagt Heger. "Die Schüler gingen nach der zehnten Klasse ab, machten dann häufig die Ausbildung, beispielsweise im Kaufmannsbereich." Konfessionelle Streitigkeiten seien der Schulgründung vorangegangen. Dazu ein Mangel an Geld und an Lehrern, weshalb seit Jahrhundertbeginn die Schulgründungen immer wieder scheiterten. Stattdessen: "Eine Lateinschule bereitete in Höxter auf das Gymnasium vor - beispielsweise das Marianum in Warburg", berichtet der Lehrer. Zunächst habe es das "König-Wilhelms-Progymnasium" gegeben, erst am 17. Dezember 1872 wurde es mit Einführung der gymnasialen Oberstufe ein Vollgymnasium bis zum Abitur und nannte sich fortan auch König-Wilhelm-Gymnasium. Damals war man schon vom ersten Schulgebäude im heutigen Adam-und-Eva-Haus in das neue Schulhaus umgezogen: das am 21. April 1870 eingeweihte Dogerlohsche Haus am Marktplatz (heute bereits abgerissen). Denn schon ein Jahr nach der Eröffnung der Schule war 1868 der Mietvertrag im Adam-und-Eva-Haus ("Rappesches Haus") gekündigt worden. Die Schüler wurden danach zwei Jahre lang im Wohnhaus des Rektors unterrichtet. 1912 platzte man erneut aus allen Nähten - der Umzug ins neue, vom Höxteraner Wilhelm Haarmann gesponsorte Gebäude an der Moltke-/Bismarckstraße folgte. Mit einem zinslosen Darlehen von Haarmann habe sich zudem der Rektor gegenüber ein Haus errichten können, so Heger. Schon 1879 war das Aluminat mit 13 Schülern an der Bachstraße eingerichtet worden, ein Internat für die auswärtigen Schüler, die zum Schulgeld dann auch für Verpflegung und Unterkunft zahlten. 1966 wurde es aufgelöst. War das KWG um 1880 eine Schule vorwiegend für Höxteraner Schüler, - mit Jungen aus Nieheim, Marienmünster, Godelheim, Bad Karlshafen, Hofgeismar oder Liebenau -, so pendelte sich die Anzahl einheimischer und auswärtiger später bei jeweils rund 50 Prozent ein.


Nach dem Ersten Weltkrieg - in den vier Jahren fielen nach Angaben der Chronik sechs Lehrer und 160 Schüler - kam 1922 die erste Schülerin in die Oberstufe: Annaliese Ries, die 1925 Abitur machte. 1929 zählte man fünf Schülerinnen in der Oberstufe, 1951 kam die erste Schülerin in die Jahrgangsstufe fünf. Die erste Lehrerin Anna Schubert unterrichtete von 1939 bis 1967. In der Nazi-Zeit wurde das KWG zur "Städtischen König-Wilhelm-Oberschule" oder zur "Städtischen König-Wilhelm-Schule. Oberschule für Jungen" und die Schulzeit auf acht Jahre verkürzt. 280 Schüler oder Ehemalige fielen während des Zweiten Weltkriegs. 33 ehemalige jüdische Schüler wurden ermordet, so Heger. Seit 1993 erinnere an sie eine bronzene Tafel im Foyer der Schule. 1946 wurde der Schulbetrieb wieder aufgenommen, schon 1960 musste wieder erweitert werden.


Am 22. Oktober 1973 wurde der Neubau im Schulzentrum am Bielenberg eingeweiht. 1981 habe man den höchsten Stand an Schülern und Abiturienten in der Geschichte gehabt, erinnert der Lehrer: 1.379 Schüler und mehr als 150 Abiturienten. Zum Vergleich: 2016 waren es 112. Raumnot habe in den 1990ern erneut für eine Erweiterung gesorgt: Der Einweihung des sogenannten B-Gebäudes seien die Unterbringung in Containern sowie Demonstrationen von Schülern mit Schulleiter vorausgegangen.

Text: Simone Flörke - Neue Westfälische vom 18.11.16

KWG wird 150 Jahre alt

Das König-Wilhelm-Gymnasium in Höxter feiert 2017 sein 150-jähriges Bestehen. Das Jubiläumsprogramm steht jetzt fest. Nächste Woche schon gibt es einen Tag der offenen Schultür.

In diesem Herbst ist zum Auftakt ein Kalender mit Motiven von Schülern erschienen, der zurzeit in der Schule verkauft wird. Das König-Wilhelm-Gymnasium stellt seine Arbeit bei »KWG erleben« am Freitag, 25. November, vor. Das Gymnasium Höxter bietet von 15 bis 18 Uhr die Möglichkeit zu Einblicken ins vielfältige Schulleben und seine pädagogische Arbeit. Eltern und zukünftige Fünftklässler können viele Informationen beim Schnupperunterricht und in Gesprächen sammeln.

Am Freitag können die Besucher in den Unterricht der Hauptfächer sowie in das Lions-Quest-Programm hineinschnuppern, an diversen Sportveranstaltungen teilnehmen, Theaterstücke in Englisch und Französisch ansehen, sowie Instrumente ausprobieren, die später in der Instrumentalklasse erlernt werden können. Zudem gibt es Mitmach-Experimente in den Naturwissenschaften und auf dem neuen Informationsforum beraten Pädagogen über die Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit.

Auch die an einem Schulwechsel auf das KWG in der Mittel- und Oberstufe Interessierten sind zu beiden Veranstaltungen eingeladen und finden spezielle Beratung vor. Die Schulpflegschaft des KWG versorgt alle Gäste mit Kaffee und Kuchen und die Eine-Welt-AG bietet Fair Trade Produkte an. Der Jubiläums-Kalender kann am 25. November auch erworben werden.

Dr. Carola Fern (Unterstufenkoordinatorin), Christoph Heger (Koordinator Festkomitee) und Schulleiter Georg Wieners. Foto: M. Robrecht

Am Tag der offenen Tür sollen auch erste Ausschnitte aus dem ersten KWG-Präsentationsfilm gezeigt werden, der zurzeit entsteht. Das Schulporträt, das der Förderverein des KWG finanziell unterstützt, wird bei Fertigstellung auch als Video auf der KWG-Homepage zu sehen sein.

Ein zusätzlicher Informationsabend mit Schulführung und individueller Beratung für Eltern findet am Mittwoch, 23. November, um 19.30 Uhr in der Aula statt. Auch hier wird das Informationsforum angeboten.

Der Höxteraner Autor Ernst Würzburger hat der Schule jetzt für die Bibliothek und für den Unterricht seine Bücher »Der letzte Landsberger« und das neue Buch über Zwangsarbeiter überreicht. Sponsor ist die Volksbank.

Der Arbeitskreis Schuljubiläum war auch fleißig. Diese Termine stehen fest: 12. März 2017 offizieller Festakt, 31. März Musikabend der Abiturienten 2017, 20./21. Mai: großes Treffen aller Ehemaligen des KWG mit Jazz-Frühschoppen. Eine besondere Information der Ehemaligen dazu erfolgt noch. Sportveranstaltungen und am 8. Juli ein Schulfest mit Sommermusikabend zum Jubiläum sind geplant. Im September wird es einen Sponsorenlauf und am 11. November erstmals wieder einen Schulball geben sowie am 21. Dezember das Weihnachtskonzert.

Der Arbeitskreis ist zudem dankbar, wenn für das geplante Jubiläumsbuch ehemalige Schüler eine oder mehrere erlebte Schulgeschichten (auch mit Fotos) beisteuern und zur Schule schicken.

Text und Fotos: Michael Robrecht - Westfalen-Blatt vom 18.11.2016