Der Friedensengel ist angekommen

Kunstaktion für Miteinander der Kulturen findet Zuspruch – mehr als 400 aktive Teilnehmer

Der »Engel der Kulturen« als sichtbares Zeichen des Friedens ist in der Weserstadt Höxter angekommen – und hat jetzt eine festen Platz auf dem Marktplatz gefunden. An der großen Kunstaktion im Zusammenwirken mit dem Kreis Höxter und Ehrenamtlichen vor Ort beteiligten sich am Dienstag mehr als 400 Schüler, interessierte Bürger und zahlreiche Ehrengäste.

»Wir wollen damit ein Zeichen des Zusammenhaltes setzen – symbolhaft für das Schulzentrum und das Miteinander der Religionen und Kulturen«, betonten die Veranstalter an der ersten Station, dem Schulhof der Realschule Höxter. Weitere Haltepunkte – wo symbolhaft mit einer rollenden Skulptur (»Engel der Kulturen«), die einen Durchmesser von etwa 1,50 Metern hat, ein »temporärer wie vergänglicher Sandabdruck« mit Quarzsand erstellt wurde – waren das Forum Jacobs Pins, die Ulu Moschee und zum Schluss noch die Nikolaikirche, wo vor dem historischen Gebäude die Schüler der dritten und vierten Klassen der Grundschule am Nicolaitor alle Beteiligten der Friedensaktion mit einem von Lilli Streich aus Höxter selbst verfassten Lied (»Friede, Friede für die Welt, Schalom, Salam Aleikum«) herzlich begrüßten. Die Leitung am Piano hatte Grundschul-Musiklehrerin Petra Salzburger-Brehmer inne. In dem Liedtext heißt es unter anderem: »So viele Menschen auf der Welt, wir sind ganz bunt, verschieden – doch teilen wir nicht einen Wunsch nach Freiheit und Frieden?«. Die Grundschüler trugen es mit großem Eifer und Begeisterung vor. Viele Passanten in der Höxteraner Innenstadt blieben stehen und verfolgten den Beitrag der jungen Leute. Auch, als Jugendliche direkt vor der Kirche ein Sand-Abbild des »Engels« mit eigenen Händen und leuchtenden Augen schufen. Gemeinschaftliche Aktion

Dann wurde die große Eisenskulptur weitergerollt – bis zum eigentlichen Platz auf dem Marktplatz (direkt zwischen dem Café und der Baustelle Marktplatz Süd). Dort legten Vertreter der örtlichen Religionsgemeinschaften und der Stadt mit den Künstlerpaar Carmen Dietrich und Gregor Merten den kleinen »Engel der Kulturen« in Form eines Rings, mit blau eingefärbtem Spezialbeton und einem Rahmen aus Aluminium in den Boden. Die Freude über die gemeinsame Aktion war groß, viele klatschten Beifall. Skulptur für nächste Stadt

Am Ende wurde noch ein weiterer »Engel« mit einem Schneidbrenner aus einer Stahlplatte geschnitten – er dient bei der nächsten Aktion einer anderen Stadt wiederum als bleibender »Engel« im Boden. In Höxter war es der 129. Engel. An der »heißen Aktion« beteiligten sich unter Anleitung des Künstlers Gregor Merten unter anderem der 16-jährige Gymnasiast Leon Martin (KWG), Kopten-Bischof Anba Damian aus Brenkhausen und Mitorganisatorin Rita Altmiks. Am Ende durfte Pfarrdechant Dr. Hans-Bernd Krismanek mit einem Vorschlaghammer die neue Figur schließlich kräftig herausschlagen. Sie wird später Teil der geplanten Kunst-Säule sein, die in Jerusalem aufgestellt werden soll. Ein gemeinsames Gebet und das Brotteilen rundeten die Großveranstaltung in Höxters Innenstadt ab. Der ganze Tag war ein klares Zeichen gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit sowie Fundamentalismus. Die drei Zeichen des »Engels« stehen für die abrahamitischen Weltreligionen: das Kreuz (Christen), der Halbmond (Islam) und der Stern (Judentum).

 

Der Friedensengel ist angekommenDer Friedensengel ist angekommen

 Der Friedensengel ist angekommen

 Bildunterschriften:
-Titelbild: Die Höxteraner Jugend geht auf die Straße und setzt sich für ein friedvolles Miteinander ein
-Bild 1: Schüler helfen mit, dass vor der Kirche das Innere des großen Rings mit Quarzsand gefüllt wird - so entsteht ein »Engel« Abdruck
-Bild 2: Dieser ausgeschnittene Engel-Bild 3: Vertreter der Religonen und der Stadt Höxter haben dem Künstlerpaar (Mitte) den »Engel der Kulturen« in den Boden gelegt.

Bilder und Text von Harald Iding aus dem Westfalen-Blatt vom 14.11.2018