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Hielscher wird US-Boy

Höxteraner freut sich auf Fußballstipendium in Kalifornien

Höxter(WB). Ein Fußballstipendium im Land der unbegrenzten Möglichkeiten: Johannes Hielscher, Spieler des SV Höxter, fliegt an diesem Sonntag nach Kalifornien. Ein Jahr wird der 19-Jährige dort an der Soka University of America in Aliso Viejo ausgebildet.

»Es hat mich riesig gefreut, als die Zusage ins Haus kam«, blickt der Höxteraner zurück. Aktuell steigt das Lampenfieber: Sonntagmittag führt der Flug von Frankfurt nach Los Angeles. Etwa 16 Stunden Flugzeit trennen Hielscher dann noch von Kalifornien. »Es ist ein Traum, der in Erfüllung geht«, beschreibt der Student. Klar wird er nun der ersten Mannschaft des SV Höxter fehlen. »Das werden meine Mannschaftskameraden verschmerzen. Sie können gut nachvollziehen, dass ich das Stipendium angenommen habe«, schmunzelt der sympathische Junge, der auch als typischer US-Boy durchgehen könnte.

Johannes Hielscher wollte nach seiner Schulzeit, im vergangenen Jahr hat er sein Abi am KWG in Höxter gemacht, ein Jahr ein Semester im Ausland studieren. Es gab kein entsprechendes Angebot. Der Höxteraner nahm in Köln das Studium der Wirtschaftsinformatik auf. Der Traum vom Ausland blieb. Der aufgeschlossene Junge stieß auf eine deutsche Agentur, die Fußballstipendien vermittelt. Hielscher bewarb sich. Der Kontakt zu seinem zukünftigen Trainer Marine Cano nach Kalifornierin wurde hergestellt. »Danach habe ich ein Profil angelegt und ein Video mit Trainings- und Spieleindrücken von mir zusammengeschnitten.« Der Gesamteindruck überzeugte die Coaches in den USA. Hielscher erhielt den Zuschlag. An der University wird er den Studiengang Umweltwissenschaften belegen. Das Studium hätte der Junge aus Ostwestfalen nicht bekommen, wenn sein ­Abischnitt neben seinen fußballerischen Fähigkeiten nicht entsprechend gewesen wäre.

Der Offensivspieler weiß: »Die University bietet für die fußballerische Ausbildung und das Studium beste Bedingungen.« Zudem freut sich der Deutsche auf den »American Way of Life«: »An Kalifornien reizen mich die abwechselungsreiche Landschaft und die Menschen«, sagt der Deutsche. Inzwischen weiß er schon sehr viel über den beliebten amerikanischen Bundesstaat. Ein Trainingsplan der kalifornischen University bestimmte zuletzt den Tagesablauf des Ostwestfalen.

Um 12.45 Uhr startet an diesem Sonntag der Flieger von Frankfurt am Main. Über die isländische Hauptstadt Reykjavik geht es nach Los Angeles. Dort wird Hielscher 20 Uhr Ortszeit und nach 16 Stunden Flugzeit landen. Mit dem Shuttlebus geht es weiter zur University. Nach einer weiteren Stunde wird Hielscher am Ziel und in der neuen Heimat sein.

Der Höxteraner wird eine Woche später die Collegemannschaft kennenlernen. Trainingsbeginn ist Montag, 14. August. Zweimal täglich stehen die Übungseinheiten auf dem Fahr- und Stundenplan. Das erste Ligaspiel wird bereits fünf Tage später ausgetragen.

»25 Spieler gehören dem ­College-Team an. Die meisten kommen aus den USA. Fünf ausländische Akteure sind im Team«, weiß der talentierte Fußballer aus Germany. Student Hielscher wird in der zweiten Liga des Collegeverbands NAIA in der California Pacific Conference, das ist eine von 17 Staffeln der sogenannten zweiten Liga, auflaufen. Teams aus den Bundesstaaten Kalifornien, Nevada und Arizona sind dabei. Die Saison dauert bis Dezember. Platz eins und zwei berechtigen zur Teilnahme an den Play-Offs. Die weiteste Auswärtsfahrt dauert acht Stunden.

Hielschers Tag startet um acht Uhr mit dem gemeinsamen Frühstück, eine Stunde später steht die erste Trainingseinheit auf dem Plan. Nach dem Mittagessen schließen sich Vorlesungen an. Um 16 Uhr wird die zweite Trainingseinheit bestritten. Es folgt das Abendessen. Gespielt wird jeweils am Wochenende.

Der 19-Jährige sitzt auf gepackten Koffern. Ein Jahr USA. Ein Jahr Kalifornien. Ein Jahr Soccer im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Johannes Hielscher ist sich sicher: »Es wird garantiert sehr schön.« Der Höxteraner wird ein Jahr lang ein US-Boy sein.

 

von Felix Senftleben - Westfalen-Blatt vom 05.08.2017

 

Hielscher wird US-Boy

Nach einem Plan der Soka University trainiert Johannes Hielscher seit Monaten täglich in der Weserkampfbahn.