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Mathe pauken am Schwarzen Meer

Schule im Ausland: Für Paula Wüsthoff und Patrick Dohmann eine wertvolle Erfahrung

Das Auslandsjahr liegt bei Schülern in Höxter weiter hoch im Kurs. Besonders viele Gymnasiasten nutzen die Chance, für einige Monate eine Schule fern der Heimat zu besuchen. Völlig neu im Trend ist Osteuropa. Patrick Dohmann aus Höxter drückte in Rumänien die Schulbank. Paula Wüsthoff setzte dagegen auf Bewährtes: Frankreich.

»In der ersten Zeit war es nicht leicht, allein so weit von Zuhause entfernt zu sein. Aber man lebt sich dann schnell ein und wäre gerne auch noch ein bisschen länger geblieben«, sind sich Paula Wüsthoff und Patrick Dohmann einig. Die beiden Schüler des König-Wilhelm-Gymnasiums (KWG) in Höxter haben zum ersten Mal in ihrem Leben über mehrere Monate im Ausland gelebt – und dabei tolle Erfahrungen gemacht.

»Es ist schon eine andere Kultur, vor allem beim Essen wird einem das deutlich« sagt Paula Wüsthoff. Die 14-jährige Schülerin nahm an einem Austauschprogramm des Deutsch-Französischen Jugendwerkes (DFJW) teil und besuchte für drei Monate die Sekundarschule »Lycée Les Bourdonnières« in Nantes. »Die Familie meiner Austauschschülerin lebt in der Nähe von Nantes. Bei ihr Zuhause waren wir aber nur an den Wochenenden, da wir unter der Woche im Internat in Nantes wohnten«, schildert Paula ihren Frankreichaufenthalt.

Beim Vergleich mit dem Schulleben in Deutschland hat sie einige Unterschiede entdeckt: »Die Schule lief täglich von acht bis 18 Uhr. Da blieb nicht mehr viel Freizeit übrig«. Die Zeit in Frankreich missen möchte Paula dennoch nicht: »Ich habe viele nette Menschen kennen gelernt und mich nicht nur sprachlich weiter entwickelt. Der Anfang war nicht einfach, aber wenn ich etwas gelernt habe, dann nicht direkt aufzugeben. Es war eine tolle Erfahrung für das Leben«, schwärmt die Schülerin von ihrem »Abenteuer«.

Für ein für Schülerauslandsaufenthalte eher untypisches Land hatte sich Höxteraner Patrick Dohmann entschieden. Der 15-Jährige kehrte kürzlich von seinem sechsmonatigen Aufenthalt aus Rumänien zurück. »Meine Familie mütterlicherseits kommt aus Rumänien. Deshalb war es für mich von Anfang an klar, dass ich dorthin möchte, um meine Sprachkenntnisse weiter zu vertiefen«, erzählt der Schüler des KWG. Wohnen konnte er bei seiner Oma in der südostrumänischen Stadt Constanța am Ufer des Schwarzen Meers. »Da ich auch die rumänische Staatsbürgerschaft besitze, war es für mich einfacher alles Bürokratische mit der Schule zu organisieren«, erklärt Patrick. Auch er habe wertvolle Erfahrungen gemacht: »Ich habe viele freundliche und offene Menschen kennen gelernt, mit denen ich über alles Reden konnte. Die Fächer waren ähnlich wie bei uns. Ich war vorher schon einige Male in Rumänien, werde das Land aber auf jeden Fall schon im Sommer wieder besuchen«, freut sich der 15-jährige. Schule in Rumänien? Vom Niveau her fühlte sich Patrick gut aufgehoben, auch wenn die Lebensverhältnisse im Lande nicht mit Höxter vergleichbar seien. Man bekomme einen guten Blick auf die echten Sorgen Osteuropas und die der jungen Leute. Die Menschen in Rumänien seien viel aufgeschlossener als die Leute hier«, meint der 15-Jährige.

Dass ihre längere Abstinenz die beiden in ihrer schulischen Karriere in Deutschland zurückwirft, müssen Paula und Patrick nicht befürchten. Sie haben die Monate genossen. Von richtigem Heimweh haben beide nicht berichtet.

Schon seit Jahrzehnten nehmen regelmäßig Schüler des König-Wilhelm-Gymnasiums an Auslandsaufenthalten teil. Erst bei einer Dauer von einem Jahr müssten Schüler eine Jahrgangsstufe wiederholen. Durch regelmäßige Veranstaltungen informiert die Schule interessierte Schüler über Angebote. Paula Wüsthoff und Patrick Dohmann können ihre Erfahrung nur weiterempfehlen: »Man entwickelt sich stark weiter und kommt als ein anderer, reiferer Mensch wieder nach Hause«.

 

Mathe pauken am Schwarzen Meer

Gruppenbild von Patrick (letzte Reihe, dritter von links) mit seiner rumänischen Klasse.

 

Mathe pauken am Schwarzen Meer

 Paula (oben links) mit ihrer Klasse am Lycée Les Bourdonnières.

 

Text & Bilder von Chris Lingnau erschienen am 03.03.2018 im Westfalen-Blatt