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KWG-Stollen sind Geschichte - Bauarbeiter füllen die Gänge unterhalb des Schulgebäudes mit Beton auf

Die Bauarbeiten am dem Stollensystem, das acht Meter unterhalb des Schulgebäudes des König-Wilhelm-Gymnasiums liegt, haben diese Woche begonnen. Am gestrigen Donnerstag begannen Arbeiter damit die Gänge mit Beton auszufüllen. Die insgesamt 70 Meter lange Schachtanlage war im April bei Kanalarbeiten entdeckt und später fachlich ausgewertet worden.

Anfang der Woche ist zunächst ein zweiter Eingang in den Stollen gegraben worden. »Das ist notwendig, damit sich der Beton gleichmäßig verteilt und keine Lufteinschließungen entstehen«, erklärte Vorarbeiter Thorsten Raulfs. Bis heute müsse abgewartet werden, wie weit der Beton noch absackt, sagte Raulfs. Gegebenenfalls müsse am heutigen Freitag noch einmal Baumasse nachgefüllt werden, damit die Stollen unterhalb des Gebäudes ganz ausgefüllt sind. Diese Woche wird die Baustelle deshalb wahrscheinlich nicht vollständig fertig werden.

Nachdem Bauarbeiter die Stollen entdeckt hatten, wurden die Gänge vom Stadtarchäologie Andreas König und Johannes Müller-Kissing vom Lippischen Landesmuseum kartiert und dokumentiert. Auf Grund der professionellen Anlegung der Tunnel mit elektrischen Leitungen, Stahlträgern und Holzkonstruktionen ging König davon aus, dass Wehrmachtsoldaten des Zweiten Weltkriegs die Anlage gebaut haben. Sie sollen als Lehrstollen genutzt worden sein, um den Soldaten der Höxteraner General-Weber-Kaserne den Bau solcher Stellungen an der Front beizubringen. In den späten Kriegsjahren, so berichteten Augenzeugen dem WESTFALEN-BLATT, sollen die Stollen zudem als Schutz vor Luftangriffen gedient haben. Nach dem Ende des Krieges sind diese vermutlich mit Holz verschlossen worden und über die Jahre in Vergessenheit geraten. Selbst beim Bau des Schulgebäudes 1972 bis 1973 sind die Gänge unterhalb des heutigen Gymnasiums niemandem aufgefallen. Jetzt sind die Tunnel mit Beton gefüllt und werden in Zukunft keine Rätsel mehr aufgeben.

Text & Foto von Sarah Schünemann erschienen im Westfalen-Blatt vom 25.05.2018