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Führen durch Empathie – Georg Wieners als KWG-Leiter verabschiedet

Der erste Tag vor 13 Jahren in Höxter fing holperig an: Der neue Schulleiter des König-Wilhelm-Gymnasiums (KWG), Georg Wieners, stand vor verschlossenen Türen und mussten um Einlass bitten. Gestern ist der 63-jährige offiziell vom Vertreter der Bezirksregierung zum 31. Juli in den Ruhestand verabschiedet worden. Lehrer, Schüler und Weggefährten verabschiedeten ihn mit einer herzlichen Feier.

Und sie hatten sich alle richtig viel Mühe gegeben, dem scheidenden »Direx« ihren Respekt in unterschiedlicher Form und mit Geschenken zum Ausdruck zu bringen. Eine rhetorische Glanzleistung legte als Moderator der »Vize« Hans Nicolas hin, als er mit kurzweiligen Beiträgen durch das mehr als dreistündige Programm führte und seinem Schulleiter für die vertrauensvolle Zusammenarbeit dankte. Später betonte »Ruheständler in spe« Georg Wieners, dass er sich auch auf Nicolas, den er schon von einer anderen Schule in Lippe her kannte, immer zu 100 Prozent verlassen konnte. »Zwischen Hans und mir – da passt kein Blatt Papier«, formulierte Wieners die Teamarbeit in seiner unnachahmlichen trockenen Art.

Für die Detmolder Bezirksregierung bedankte sich Rolf-Victor Siedenhans, zuständig für die Gymnasien im Kreis, bei Nicolas und dem Leitungsteam für die gute Arbeit in der Zeit, in der Wieners gesundheitliche Probleme hatte, der Betrieb aber weitergehen musste. Bürgermeister Alexander Fischer stellte heraus, dass sich Wieners als Leiter engagiert um die Qualität des Lehrangebotes und die Schulentwicklung gekümmert habe. Zudem unterrichte er als Fachlehrer und führte intensive Gespräche mit Kollegen über pädagogische Ziele des Unterrichts. »Sie waren für das Organisatorische zuständig, für Wünsche und Kritik von Lehrern, Eltern und Schülern«, zählte er auf. Als Schulleiter müsse man nicht nur Pädagoge sein, sondern auch ein »Alleskönner mit Managerqualitäten«, so Fischer. »Mit Ihnen verlieren wir in unserem Schulwesen einen solchen Alleskönner, der das ›pädagogische Leadership‹ beherrscht hat.« Mehrere Redner wie Michael Koch (Sprecher der Gymnasien), Norbert Weber (Förderverein) und Andre von Rüden (Lehrerrat) sowie Rolf Husemann (Schulpflegschaft) stellten Wieners ein gutes Zeugnis aus. Er habe aus dem 150 Jahre alten KWG eine moderne Bildungseinrichtung gemacht. Das hätte Kraft gekostet und es sei manchmal »ein steiniger Weg« gewesen. Er habe aber mit viel Empathie geführt. Und: Von den aktuell 60 Kollegen und Kolleginnen seien allein 52 von Wieners eingestellt worden. Schülersprecherin Patrizia Eiswert: »Herr Wieners, Sie haben immer ein offenes Ohr für unsere Wünsche und Sorgen gehabt. Danke dafür.« Rosa Beck aus der Q1 überreichte ihm ein ­Acryl-Bild, das Wieners vor dem KWG zeigt. Mit Nicolas schob sie es kurzerhand neben das Rednerpult – und direkt vor das »Kaiser-Wilhelm- Portrait«, um den Wandel optisch deutlich zu machen.

Ludger Mahrenholz als Vertreter der Schulleiter der Stadt: »Vier Schulformen sind in Höxter immer mehr zusammengewachsen.« Und das KWG sei das erste Gymnasium in OWL gewesen, das die Inklusion umgesetzt habe. Wieners will sich im Ruhestand seinen Hobbies widmen (Garten, Kochen, Fotografie und Golfen).

Wie das WESTFALEN-BLATT erfahren hat, gibt es bislang eine Bewerbung für die Nachfolge. Es ist eine Frau, die sich heute in der Schulkonferenz vorstellen wird. Sie könnte die erste Direktorin in der Geschichte des KWG werden.

Führen durch Empathie – Georg Wieners als KWG-Leiter verabschiedet 

Text & Fotos von Harald Iding erschienen am Westfalen-Blatt vom 12.07.2018