
Im Flor 11
37671 Höxter

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„Die Demokratie ist kein uns geschenkter Dauerzustand. Es geht darum, wehrhaft zu verteidigen, was wir damals erreicht haben!“ Mit diesen eindringlichen Worten wandte sich Markus Meckel, der letzte Außenminister der DDR, bei seinem Besuch in Höxter an die Oberstufenschülerinnen und -schüler des KWG. Am 2. November war der prominente Zeitzeuge und Mitbegründer der sozialdemokratischen Partei der DDR zu Gast in der Schulaula, um mit den Jahrgangsstufen EF und Q1 über den Prozess der Demokratisierung und aktuelle politische Herausforderungen zu diskutieren. Neben Herrn Meckel begrüßte KWG-Schulleiterin Heike Edeler eine Reihe weiterer Gäste, u.a. den koptischen Bischof Anba Damian aus dem Kloster Brenkhausen, Höxters Bürgermeister Daniel Hartmann sowie den Leiter der VHS Höxter, Mario Hildebrandt.
Die Moderation und das anschließende Podiumsgespräch lagen in den Händen des Sozialwissenschaften-Leistungskurses der Q1, der das Treffen gemeinsam mit Kurslehrer Oliver Braß wochenlang intensiv vorbereitet hatte. Die Jugendlichen verknüpften den Besuch mit ihren aktuellen Unterrichtsthemen. Zum einen ging es im Rahmen der internationalen Politik um den Mauerfall und die Deutsche Einheit – an der Meckel maßgeblich mitgewirkt hat – als Zäsur hin zu einer multipolaren Weltordnung. Zum anderen bildete die Analyse der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt eine wichtige Diskussionsgrundlage.
Dabei nahmen die Schülerinnen und Schüler die historischen, sozialen und ökonomischen Ursachen für den Wahlausgang in den Blick. Sie machten deutlich, dass eine bloße Stigmatisierung von Populisten nicht ausreicht, um sich wirksam für die Demokratie einzusetzen. Vielmehr müsse der Begriff Demokratie positiv besetzt werden, indem man ihre Lernfähigkeit und die Freiheit des Einzelnen betont. Aus dieser Analyse heraus präsentierten die KWGlerinnen und KWGler konkrete Maßnahmen zur Demokratieförderung: von der Stärkung der Kommunen als Keimzelle der Gesellschaft über Bürokratieabbau und eine bessere Verkehrsinfrastruktur auf dem Land bis hin zu einer stärkeren Berücksichtigung der Anliegen junger Menschen.
In der Podiumsdiskussion griff Markus Meckel, der auch sein neues Buch vorstellte, diese Impulse dankbar auf. Er steuerte eigene Vorschläge bei, forderte eine gezielte Strukturpolitik und sprach sich dafür aus, Jugendliche beim Wehrdienst mit attraktiven Angeboten mitzunehmen, statt auf eine verordnete Wehrpflicht zu setzen. Aufgrund seiner eigenen Biografie plädierte der letzte Außenminister der DDR unermüdlich dafür, die damals erkämpften Freiheiten niemals als selbstverständlich anzusehen und sie aktiv zu verteidigen.
Am Ende stand für alle Anwesenden fest, dass politisches Engagement und das Einstehen für demokratische Werte nicht erst im fernen Berlin beginnen, sondern direkt vor der eigenen Haustür – und dass Schule der ideale Ort ist, um genau dieses Bewusstsein zu schärfen.

König-Wilhelm-Gymnasium Höxter
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